FDP will Tiefgarage unter dem Neumarkt prüfen

7. November 2016

Expertendiskussion beim Themenstammtisch im Thing

Nachdem in den vergangenen 15 Jahren mehrere Prüfanträge der FDP-Fraktion zum möglichen Bau einer Tiefgarage ohne weitere Diskussion pauschal abgelehnt wurden, hat die FDP nun zur öffentlichen Diskussion mit Bau- und Planungs-Experten eingeladen.

Hintergrund der Veranstaltung ist die bald anstehende Entscheidung über die Neugestaltung des Neumarktes. In der gesamten bisherigen Debatte kristallisierten sich zwei Kernforderungen und damit vermeintliche Interessensgegensätze heraus:
Die Befürworter des „Autofreien Neumarktes“ versprechen sich mehr Gestaltungsmöglichkeiten und eine bessere Aufenthalts- und Umweltqualität durch eine vollständige Sperrung für den Parkverkehr.
Der Einzelhandel und viele Innenstadtbesucher hingegen befürchten einen Attraktivitätsverlust der Innenstadt zugunsten anderer Quartiere mit nahen Parkmöglichkeiten.

Tiefgarage idealer Kompromiss

Für die FDP wäre eine Tiefgarage ein idealer Kompromiss, der beiden Interessenslagen gerecht würde und darüber hinaus freie Gestaltungsmöglichkeiten für ein zukunftsfestes Gesamtkonzept bieten würde. Beispiele hierzu zeigte Architekt Hans Schmitt anhand von anderen deutschen und internationalen Stadtplätzen. Oberhalb von Tiefgaragen verschiedener Größe sind hier unterschiedliche, attraktive architektonische Konzepte mit hoher Aufenthaltsqualität realisiert worden.

Im Anschluss stellte Dipl.-Ing. Heinz Georg Ruffert die technischen und baulichen Möglichkeiten einer Tiefgarage unter dem Neumarkt dar. Die geschätzten Kosten für einen Baukörper mit 110 Stellplätzen würden sich auf ca. 3,6 Mio. € belaufen.

Tiefgarage realisierbar und finanzierbar

In der nachfolgenden Diskussion wurde u.a. angemerkt, dass diese Kosten auch als Infrastruktur-Investition zur Belebung der Innenstadt zu verstehen sind. Der Vorsitzende des City-Rings, Reinhard Vohl, wies darauf hin, dass bereits heute auf dem Neumarkt Parkeinnahmen von jährlich über 130.000 € generiert würden. Bei entsprechenden zusätzlichen Kapazitäten einer Tiefgarage würden diese damit bereits einen wesentlichen Teil zur Refinanzierung beitragen.

Möglichkeiten prüfen, danach Entscheidungen treffen

Insgesamt zeigten die Zuhörer und insbesondere die anwesenden Vertreter des Einzelhandels ein großes Interesse an der Idee einer Tiefgarage.

Zufriedene Besucher

Fotos: Frank F. König

Die FDP Limburg will sich daher weiterhin dafür einsetzen, dass die Möglichkeiten hierfür zumindest geprüft werden, bevor die Stadtpolitik eine endgültige Entscheidung trifft.